Nachtgedanken

Nachts schleichen sie sich an.

Nachts kommen sie herbei.

Nachts, unerkannt und ungebannt.

Nachts, unzensiert und ungeschminkt.

Nachts sind die Gedanken frei,

frei sich auszubreiten.

 

Sie sind da, drohend wie Schatten,

gefährlich wie ein wildes Tier.

Sie durchdringen dich, sie infizieren dich.

Schleichend wie Gift benebeln sie dich.

Sie ergreifen von dir Besitz,

sie kontrollieren dich.

 

Aus der Dunkelheit steigen sie herauf,

in der Mitte der Nacht.

Sie bahnen sich Ihren Weg,

in der Mitte der Nacht.

 

In diesen Momenten, kurz vor dem einschlafen,

suchen sie dich, finden sie dich.

Sie sind einfach da,

aus der Erinnerung tauchen sie auf

       die Nachtgedanken

22.05.1996  M.Meyer
Veröffentlicht in “Piss-Pott – Das Leben ist (k)ein Kinderspiel”
Auch als Audio auf “Ruhrpott Poesie”

Speichere in deinen Favoriten diesen Permalink.

Die Kommentare sind geschlossen.